Mittelmeer

Denkt man heutzutage ans Mittelmeer, so kommen einem sofort Urlaubsvisionen in den Sinn: azurfarbenes Wasser, strahlend goldene Strände und das von Herzen kommende Lächeln der Menschen, die rund um die Küsten Südeuropas leben. Ohne Mittelmeer keine Blaue Reise – das ist klar – doch Gerade weil die mediterranen Gebiete so viel mehr bedeuten als nur romantische Panoramen, sind sie es umso mehr wert, bereist zu werden. Hier nämlich ist der Ort, wo die antiken Zivilisationen gewirkt und den Grundstein für unsere Kultur gelegt haben.

Antike Kultur in Griechenland, Kroatien, der Türkei und auf Mallorca

Bis heute zeugen die Namen Regionen, die das Mittelmeer säumen, von den alten Völkern, die hier einst geherrscht haben. So führt einen die klassische Blaue Reise in der Türkei entlang der Küste von Lykien vorbei an den Überresten der Städte Halikarnassos (heute: Bodrum) und Myra (bekannt durch die Legende vom Heiligen Nikolaus). Malerische Buchten mit bezaubernden Stränden stehen hier im Kontrast mit der schroff-felsigen Landschaft Kleinasiens, deren Bedeutung für die Weltgeschichte oft erst auf den zweiten Blick erkennbar ist. Die heutigen Staatsgrenzen, die die küstennahen Gebiete des Mittelmeers durchziehen, beziehen sich nur selten auf die damaligen Machtverhältnisse. Rein kulturell unterscheidet sich die Blaue Reise in Griechenland, ausgehend vom Hafen in Rhodos, deshalb kaum von jener Route in der südlichen Türkei. In beiden Ländern waren es vor allem die Griechen, deren Spuren wir heute zurückverfolgen, wenn wir mit dem Gulet in mediterranem Gebiet unterwegs sind. In Kroatien und auf Mallorca, beides ebenfalls beliebte Destinationen für Blaue Reisen trifft man hingegen besonders auf altrömische Hinterlassenschaften, die – teils schon vom Meer aus zu sehen – dem Erholungsurlaub auf dem Wasser sein ganz besonderes Flair verleihen.

Lebenslust und mediterrane Küche für einen unvergesslichen Urlaub

Geschichten von Philosophen, Künstlern und großen Kriegern gehören definitiv zu den Highlights, die eine Blaue Reise mit sich bringt. Doch sie sind nur die Kulisse für das, was eigentlich zählt, wenn man sich für eine Blaue Reise entscheidet: Entspannung, Genuss, Lebensfreude. Denn trotz seiner großartigen Bedeutung ist das Mittelmeer bei Weitem kein Freiluftmuseum – damals wie heute wird hier gelebt, gefeiert und gut gegessen. Und genau dies ist der Grund, warum sein Bann ungebrochen ist.

Geschichte des Mittelmeers

Das Mittelmeer – ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen

Am Mittelmeer schätzen wir in erster Linie den Sonnenschein, die entspannte und herzliche Lebensart der Menschen, die in den an seine Küsten grenzenden Ländern leben, und die Spuren der antiken Kulturen, die unsere Kulturgeschichte maßgeblich geprägt haben. Es ist allerdings auch sehr interessant, das Mittelmeer einmal aus einer wesentlich größere Zeitspanne umfassenden Perspektive zu betrachten, denn die Mittelmeerregion ist eine weltweit einzigartige Besonderheit.

Auf den Spuren des Urozeans

Vor 200 Millionen Jahren bildete das Mittelmeer einen Teil des Urozeans, der sich rund um den einzigen existierenden Kontinent Pangäa erstreckte. Im Zuge von komplexen Verschiebungen der großen Platten der Erdkruste zerbrach der Urkontinent in mehrere Teile, die auseinanderdrifteten – unsere heutigen Kontinente. Im Laufe der Jahrmillionen drückte die Afrikanische Platte stetig gegen die Europäische, wodurch unter anderem die Alpen entstanden – und zwar an einer Stelle, die zuvor von Wasser bedeckt war, wie Fossilienfunde beweisen.

Vor etwa sechs Millionen Jahren schloss sich durch diese großräumigen geologischen Verschiebungen die Meerenge von Gibraltar, so dass das Mittelmeer vom restlichen Ozean getrennt wurde. Danach trocknete das Mittelmeer nahezu vollständig aus. Das verdunstete Wasser hinterließ große Salzablagerungen und eine lebensfeindliche Umwelt. Nach einer erdgeschichtlich betrachtet sehr kurzen Zeitspanne von wenigen tausend Jahren füllte sich das Mittelmeerbecken jedoch sehr schnell wieder mit Wasser, da die Meerenge von Gibraltar im weiteren Verlauf der tektonischen Plattenverschiebungen von den gewaltigen Wassermassen des Atlantischen Ozeans wieder durchbrochen wurde.

Außergewöhnlicher Salzgehalt

In der Geschichte des Mittelmeeres war die Höhe des Meeresspiegels vielen weiteren großen Schwankungen unterworfen, so dass manche Inseln vorübergehend überflutet wurden, während andere sich mit dem Festland verbanden oder zusammenwuchsen, so wie Korsika und Sardinien.

Auch heute noch ist der Salzgehalt des Mittelmeeres beinahe vier Prozent höher als im Atlantischen Ozean oder im Pazifik, da die hohe Verdunstung weder vom Süßwasserzufluss der Flüsse noch vom  Salzwasserzufluss durch die schmale Straße von Gibraltar ausgeglichen werden kann. Die Meerenge von Gibraltar bedingt noch eine weitere Besonderheit des Mittelmeeres, nämlich die geringe Ausprägung der Gezeiten.